| Annäherung |
AN DIE NATURNATUR – das bedeutet für mich Vielfältigkeit, Schönheit, Stille - aber auch Licht und Schatten, Farbe und Form, verschiedene Strukturen...
Ich suche die Natur, wann immer es geht, auf meinen Reisen und Wanderungen. Mit meiner Kamera fange ich die Motive ein. Die Fotografien sind ein erster Schritt der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen, eine Zwischenstufe meiner Arbeit.
Ich nehme die Natur auf meine eigene Weise wahr und interessiere mich für das scheinbar Unscheinbare: ein dürrer Ast, die Haut der Steine, Spiegelungen im Wasser, die Struktur einer Rinde...
Diese Erscheinungen aus der Natur löse ich auf in geometrische Formen und Strukturgebilde und gehe dabei bis zur äußersten Verfremdung, verstärkt noch durch häufige extreme Vergrößerung, den Blick aus einer ungewohnten Perspektive oder die Umkehrung von unten und oben. So ist der natürliche Zusammenhang nicht mehr erkennbar und die realistischen Formen lösen sich auf in ein nahezu abstraktes Bild. Es werden Muster sichtbar wie Kreise, Wellenlinien und Spiralen, immer in einer bestimmten Anordnung, die sich immer wiederholen – eine GrundSTRUKTUR, die scheinbar allem Sein zugrunde liegt. Irritation? Eher ein Spiel auf der Suche nach Harmonie, die Erschaffung einer anderen Wirklichkeit, in welcher selbst die unscheinbarsten Dinge Bedeutung bekommen und jede natürliche Gestalt ein Seelenleben. Dieses Innere möchte ich sichtbar machen.
ARBEITSWEISEBeim Malprozess verdichten sich meine Erfahrungen mit dem Gesehenen, ich male, was mir die Dinge bedeuten, was ich erspürt habe. Dabei verändere ich oft die Farbgebung, lasse Unwichtiges weg, stelle auf den Kopf, spiele mit Licht und Schatten...
Ich arbeite vorwiegend mit Öl und Ölpastellkreiden auf Leinwand oder Papier, meistens in mehreren Schichten und mit verschiedenen Arbeitsmaterialien wie Pinsel, Spachtel, Kämme, Tücher, aber auch so ungewöhnlichen Hilfsmitteln wie ein Korken oder die Kappe eines Kugelschreibers. Ich experimentiere mit der Farbe, nehme sie wieder weg, übermale, hinterlasse Kratzspuren oder drücke etwas ein und beziehe die erstaunlichen Ergebnisse des Zufalls in den Malprozess mit ein. "Ihre künstlerische Aufgabe sieht sie aber nicht in der Fotografie, nein es muss die Leinwand sein, das Hantieren mit der Farbe, mit dem Ausprobieren, mit kratzen, spachteln, bürsten und wischen, um dem Ausdruck nahe zu kommen, den sie gerne weitergeben möchte. Da liegt so eine tiefe Ursprünglichkeit zu Grunde, die da dem Natürlichen zu Leibe rückt!" (Florian Sandkühler-Winckler, Laudatio v. 14. 08. 09)
FARBE UND FORMFARBE spielt in meinen Arbeiten eine große Rolle, Farbe in all ihren Abstufungen und Nuancierungen. Denn es sind die Zwischentöne, die den Farbreichtum eines Bildes begründen, indem sie die reinen Farbtöne steigern und zum Klingen bringen. So können die unterschiedlichsten Stimmungen hervorgerufen werden. Der Kontrast zu Schwarz lässt Farben zum Leuchten bringen, Weiß macht sie zart und zurückhaltend. Dazwischen liegen ganz viele Möglichkeiten…
Es ist das Spiel von Licht und Schatten, das mich immer wieder von neuem fasziniert. Keine Farben ohne Licht, kein Licht ohne Schatten. Ja es scheint das Licht selbst zu sein, das meine Bilder zum Thema haben, das Licht in seiner Losgelöstheit von den Dingen. Die FORM ist für mich neben der Farbe ebenso bedeutend. Form zeigt sich in meinen Arbeiten als Linie in unterschiedlichster Ausprägung: leicht und zart, kaum angedeutet oder stark und kräftig; als dünner Pinselstrich oder tiefe Kratzspur; streng und geradlinig oder geschwungen als Wellenlinie, Kreis, Spirale… Strukturen, die wir überall in der Natur finden und die sich immer wiederholen. So sind es nicht die Dinge an sich, die mich interessieren , sondern ihr innerstes Wesen, das was unter der Oberfläche verborgen ist. Das Figürliche ist für mich das Oberflächliche, mein Ziel ist es also nicht, die konkrete Wirklichkeit abzubilden. "So präsentiert sie uns beeindruckende Strukturgebilde im Großen wie im Kleinen, Restleben und unerwartete Üppigkeit am Rande der Pfade, Endlosigkeit und Wiederholung, Entstehen und Vergehen, ein immerwährendes Spiel von Licht und Schatten, Formenreichtum der Natur, das ist es, was die Künstlerin fasziniert und was sie für sich und uns festhalten will." (Florian Sandkühler-Winckler, Laudatio v. 14. 08. 09)
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